Und schon wieder ist es der letzte Sonntag im Monat – der Februar ging viel zu schnell vorbei. Viel Lesezeit hatte ich dabei gefühlt auch nicht. Unter meinen gelesenen Büchern gab es dann auch nur ein einziges Highlight – Das Schicksal ist ein mieser Verrräter von John Green könnte es tatsächlich schaffen zu einem meiner Lieblingsherzensbücher zu werden. (Die Rezension folgt in den nächsten Tagen/Wochen.) Ansonten war da eher Schatten als Licht. Zu The Widow habe ich meine Rezension ja hier schon veröffentlicht – da war der Hype wohl zu groß, aber trotzdem war es ein lesbares Buch. Nur eben nicht so spannend wie erhofft.

Die anderen beiden gelesenen Thriller waren da leider auch nicht besser – eher noch enttäüschender. Aber lest selbst.

NebelspielNebelspiel by Sheila Bugler
My rating: 3 of 5 stars

Ein Kind wird entführt. Mitten in London. Und niemand hat etwas gesehen. Es gibt keine Verdächtigen, keine Anrufe, keine Spur – nur die Gewissheit, dass die Zeit für die 10-jährige Jodie Hudson langsam abläuft, denn ihr Fall ähnelt dem der kleinen Molly York, die drei Jahre zuvor auf ähnliche Weise entführt – und ermordet – wurde.

Detective Inspector Ellen Kelly wird auf den Fall angesetzt. Obwohl sie noch immer den Tod ihres Ehemannes nicht ganz verkraftet hat stürzt sie sich in den Fall – denn sie will auf jeden Fall verhindern, dass sich das Schicksal der kleinen Molly York wiederholt.

Solide. Nicht mehr und nicht weniger. Und das in allen Kategorien. Vom Stil her leicht und flüssig zu lesen, aber auch nicht überragend. Die Charaktere sind weder übermäßig sympathisch noch unsympathisch, bleiben so aber auch nicht lange im Gedächtnis haften. Die Story an sich hat man so oder gerigfügig anders auch schon mal gelesen und die Spannung – die ist eben ganz solide aufgebaut.

Es gibt mehrere Verdächtige, die sich ebenso verdächtig verhalten, es gibt den Ansatz einer Lovestory, eine Familienkrise, die Wendung zum Schluss hin – eben alles was in einen soliden Thriller hineingehört. All das macht es aber nur solide und leider nicht überragend.

Zudem hatte ich immer wieder das Gefühl, eine Vorgeschichte verpasst zu haben und nicht den ersten Band einer Reihe zu lesen – ist es aber, ich habe mehrmals gegoggelt. Zu oft wurde auf Ereignisse in der Vergangenheit verwiesen, die wichtig für Ellens Gegenwart und die Geschichte an sich sind.

Unterm Strich hat mich Nebelspiel nicht vom Hocker gerissen, aber auch nicht total enttäuscht. Mittelmaß eben. (Und ist das nicht die große Schwester von scheiße?)



Und draußen stirbt ein VogelUnd draußen stirbt ein Vogel by Sabine Thiesler
My rating: 3 of 5 stars

Rina Kramer hat alles, um glücklich zu sein. Erfolg als Schriftstellerin, Mann und Kind, ein Haus in der Toskana. Und dann hat sie da noch Manuel. Einen Stalker.

Manuel ist besessen von Rina Kramer. Er kennt alle ihre Bücher auswendig. Er reist ihr zu ihren Lesungen nach. Er findet sogar ihr Haus in der Toskana. Und nistet sich bei ihr ein, getarnt als einfacher Urlauber in ihrem Ferienhaus. Dabei hat er nur ein im Sinn – er will Rina Kramer vernichten, denn er lebt in der festen Überzeugung, dass sie sein Leben zerstört, seine Gedanken und Ideen gestohlen hat.

Er will ihr ganz nah sein – und Rina hat keine Ahnung, in was für einer Gefahr sie sich befindet.

Sabine Thiesler entführt uns – wie schon in mehreren Romanen zuvor – in die wunderschöne Toskana. Nur dass die bei Sabine Thiesler eben nicht ganz so schön ist. Eher ziemlich abgründig und gruselig. Und leider wird das nach dem vierten gelesenen Sabine Thiesler – Roman auch allmählich langweilig. Es sind immer dieselben halb verfallenen Häuser, die schönen Villen auf dem Hügel, die urigen kleinen Dörfer, in denen das Grauen hinter verschlossenen Türen lauert.

In diesem Fall kommt das Grauen zwar von außen in Gestalt des Stalkers Manuel, doch auch hierin ist wenig Neues enthalten. Die Episoden, in denen Manuel Rina nachstellt, sind zwar handwerklich gut gemacht und spannend geschrieben, aber eben nicht wirklich innovativ. Einziger Lichtblick sind da die Szenen, die in Manuels Vergangenheit führen – und die Szenen um Pater Johannes und Rinas Sohn Fabian. (Meiner Meinung nach hätte man diesen Handlungsstrang noch ausbauen können. Auch wenn das mit dem pädophilen Priester/Priester unter Pädophilie-Verdacht auch ziemlich abgelutscht ist.)

Besonders merkwürdig finde ich, dass mir im Nachhinein Manuel als Charakter sympathischer ist als Rina – was ich nicht genau erklären kann, aber ich glaube, es liegt daran, dass seine Person vielschichtiger und interessanter ist als Rina. (Nein, damit will ich in keinster Weise Stalking rechtfertigen. Stalking ist ein abscheuliches Verbrechen und muss hart bestraft werden. Aber das hier ist ein Roman und in einem Roman kann mir der Stalker auch mal sympathischer sein als das Stalking-Opfer.)

Unterm Strich fand ich Und draußen stirbt ein Vogel recht spannend, gut geschrieben und durchaus lesenswert. Ein typischer Thriller für Zwischendurch. Mit einem etwas untypischen Sympathieträger. (Ja, doch, der ist auch echt gruselig und hat gewaltig einen an der Klatsche mit seiner Ratte und seinem Wahn und allem – aber er bleibt im Gedächtnis. Wer war nochmal Rina Kramer?)


Und jetzt gehe ich noch eine Runde lesen und genieße den Sonntag, bevor morgen um 5:15 wieder der Wecker klingelt.