Bücher, Mond und Sterne

Du öffnest ein Buch - und Dir öffnet sich das Universum

Kategorie: Erlebt

*Blogtour* Isabel Abedi – Die längste Nacht [#Tag 8]

Eine Blogtour ist immer wieder spannend für mich. Meistens ist es eine reine Herzensentscheidung. Sagt mir das Buch zu, könnte es mir gefallen? Wenn ja, bin ich gerne dabei. Und dann fangen die Überlegungen an. Was mache ich? Eine einfache Rezension? Nein, zu banal. Aber etwas von meinem Leseindruck möchte ich schon hinterlassen.

Mir geht es oft so, dass ich beim Lesen plötzlich bestimmte Lieder im Kopf habe. Entweder sind es nur kurze Zeilen aus dem Text, oder ganze Lieder – sei es, weil sie gerade im Radio laufen und mir auffällt, dass sie perfekt passen, oder weil sie mir spontan in den Kopf kommen. Meistens bemerke ich dann erst später, dass eine bestimmte Zeile genau passend für die Story oder ein Gefühl im Buch ist. Bei Isabel Abedis Buch hatte ich sofort das Lied von Silbermond „Durch die Nacht“ im Kopf – aber das war wohl eher eine Assoziation zum Buchtitel.

Aber dadurch entstand die Idee, meine Rezension mit einer Art Playlist zu verbinden, die mir beim Lesen durch den Kopf gingen.

978-3-401-06189-4“ Ich hab Fernweh nach der Welt
und muss jetzt weiter zieh’n
und ich weiß du kennst das Ziel.“
(Luxuslärm – 1000 Kilometer bis zum Meer)

Das Abitur in der Tasche, will Vita nur eins – raus. Zusammen mit ihren besten Freunden Trixie und Danilo hat sie jahrelang auf diesen Traum hin gespart – und nun ist es endlich so weit. Mit einem alten VW-Bus machen sich die drei auf die Reise. Quer durch Europa. Nur leider hat Vita den Kopf nicht ganz so frei, wie es ihr lieb wäre. Ständig gehen ihre Gedanken zurück zum Tag vor ihrer Abfahrt, an dem sie einen Blick in ein Manuskript im Arbeitszimmer ihres Vaters geworfen hatte. Wenige Sätze haben ausgereicht, der Name einer Stadt – Viagello – um sie aus der Bahn zu werfen. Viagello, dieser Name hat eine eigentümliche Anziehungskraft auf sie, die sie sich nicht erklären kann.

„Just like a moth drawn to a flame
Oh, you lured me in, I couldn’t sense the pain“
(Shawn Mendes – Stitches)

Wie durch Zufall – oder ist es eher Fügung? – erreichen die drei eben diese kleine Stadt in Italien. Wo Vita Luca, der Seiltänzer, fast vor die Füße fällt. Die beiden fühlen sich vom ersten Moment an zueinander hingezogen und so kommt es, dass Luca Vita und ihre Freunde auf seinem Grundstück campen lässt. Dann lernt Vita Lucas Familie kennen – und plötzlich ist alles anders. Lucas Eltern kennen Vita, und ihre Familie nur zu gut, doch sie wollen nicht so recht mit der Sprache rausrücken. Es muss etwas mit ihrer Vergangenheit zu tun haben – und mit ihrer verstorbenen Schwester Livia, an die sich selbst kaum noch erinnern kann. Vita muss weg, sie kann nicht dort bleiben, wo man ihr mit so viel Hass begegnet.

„Ich will weg von hier!
Doch es scheint egal wohin ich lauf,
das mit Dir hört nicht auf,
sag mir wann hört das auf!“
(Silbermond – Durch die Nacht)

Vita findet sich in einer Zwickmühle wieder. Einerseits will sie so schnell wie möglich weg von all den merkwürdigen Erinnerungsfetzen, die in ihr aufkommen. Andererseits will sie die Wahrheit wissen; wissen, was mit ihrer Schwester damals passiert ist. Und sie will Luca nicht verlassen. Und auch Luca ist davon überzeugt, dass man ihnen etwas verschweigt. Etwas, dass mit ihrer aller Vergangenheit zu tun hat.

Was mich an Isabel Abedis Roman sofort in den Bann gezogen hat, war ihre Art zu schreiben. Vita will uns ihre Geschichte erzählen und das tut sie dann auch. Ich bin sofort bei ihr und will wissen, was sie zu erzählen hat. Was hat sie auf ihrer Reise nach Italien über ihre Schwester erfahren? Damit hat sie mich sofort – und sie wird mich auch nicht wieder los auf dieser Reise. Dabei ist es überhaupt nicht schlimm, dass die eigentliche Reise mit dem VW-Bus nicht sehr viel Platz einnimmt, denn die Reise, die wirklich wichtig ist, ist die Reise in die Vergangenheit.

„Once upon a different life
We rode our bikes into the sky
But now we crawl against the time
Those distant days are flashing by“
(James Bay – Hold back the River)

Daher ist es auch nur logisch, dass sich ein Großteil der Handlung in Viagello abspielt. Und dass alles darauf hinausläuft zu erfahren, was in jener Nacht passiert ist, als Vitas Schwester starb. Bis dahin pendelt Die längste Nacht angenehm zwischen Krimi und Lovestory hin und her, ohne dabei Vitas Entwicklung von einem verunsicherten Mädchen zu einer selbstsicheren jungen Frau aus den Augen zu lassen.

Vita, die jüngste der kleinen Reisegruppe, die ohne Führerschein, erscheint am Anfang eher wie ein Anhängsel von Trixie und Danilo, wie das fünfte Rad am Wagen, bevor sie sich in den Vordergrund spielen kann. Und auch dann scheint sie sich eher schuldig zu fühlen, dass sich von nun an alles um sie zu drehen scheint. Vita, die mit der scheinbar lieblosen Mutter und dem übermächtigen Vater, mit der verstorbenen Schwester, über die niemand mit ihr reden möchte. Die nicht genau weiß, was sie nach dem Abitur mit ihrem Leben anfangen möchte. Vita, die sich nachts am liebsten an ihren Kuschelhasen Hannibal klammert. Und dann auch Vita, die nicht locker lässt, um endlich die Wahrheit über den Tod ihrer Schwester zu erfahren. So schwach, wie sie zu Beginn scheint, ist sie nämlich gar nicht – sie hat es nur selbst noch nicht erkannt.

Es ist erstaunlich, dass Isabel Abedi es dann auch noch schafft, eine Art Coming-of-Age-Geschichte mit einfließen zu lassen und dem Roman damit doch nicht zu viel zuzumuten – es passiert mir nicht oft, dass ich all diese Elemente in einem Roman ertragen kann, ohne mich erschlagen zu fühlen.

In gewisser Weise ist es aber dann eigentlich auch nur ein Reiseroman – in mehrfacher Hinsicht. Und in jeglicher Hinsicht ein gelungener Roman und ein reines Lesevergnügen.

„I’ve seen angels fall from blinding heights
But you yourself are nothing so divine
Just next in line“
(Chris Cornell – You know my Name)

P.S.: Wenn ihr auf den jeweiligen zitierten Song klickt, kommt ihr zum einzelnen Song auf Youtube. Darüber hinaus habe ich noch eine erweiterte Playlist erstellt.

Zu guter Letzt noch vielen lieben Dank an Daniela Kern und den Arena Verlag, dass ich bei dieser schönen Blogtour dabei sein durfte.

*Blogtour* Isabel Abedi – Die längste Nacht

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Heute startet sie – kein Scherz! – die große Blogtour zu Isabel Abedis neuem Roman Die längste Nacht. Mein Blog ist am 8. April, also in genau einer Woche an der Reihe. Mit was genau? Lasst euch überraschen.

Und darum geht es in Isabel Abedis neuem Roman:

„Es sind nur ein paar Sätze in einem noch unveröffentlichten Manuskript, das Vita im Arbeitszimmer ihres Vaters findet – aber etwas an ihnen verzaubert und verstört die Siebzehnjährige gleichzeitig. Wenig später bricht sie mit ihren Freunden zu einer Fahrt quer durch Europa auf und stößt in Italien durch Zufall auf den Schauplatz des Manuskripts: Viagello, ein malerisches kleines Dorf. Der Ort strahlt für Vita eine merkwürdige Anziehungskraft aus, die noch stärker wird, als ihr der Seiltänzer Luca buchstäblich vor die Füße fällt. Auf den ersten Blick ist Luca für Vita etwas Besonderes, doch etwas an ihm und seiner Familie kann sie nicht fassen. Noch ahnt sie nicht, dass er sie auf eine Reise tief in ihre Erinnerungen führen wird, an deren Ende etwas steht, was einst in Viagello geschah – in jener längsten Nacht …“

Für mehr Infos geht’s hier zur Verlagsseite.

Blogtour zum großen Tal-Finale – Zweiter Teil

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Das Tal – eine absteigende Treppe – der Kreis schließt sich nur auf den ersten Blick.

Freitag, 13:56:
Alles erledigt. Staubsauger in die Ecke. Endlich kann ich lesen.
Seit Sonntag Abend bin ich auf Jagd. Immer wieder in kurzen Abschnitten. Für längere Strecken hat meine Ausdauer leider nicht ausgereicht, denn es hat mich schon gepackt, das Jagdfieber.

Diese Jagd muss ich nun zu Ende bringen. Sie hat mich ehrlich gesagt sehr verwirrt und ich weiß immer noch nicht, was ich am Ende erbeuten werde. Worauf wird es hinauslaufen? Stimmen die Andeutungen? Sind die weltweiten Katastrophen ein Vorbote für etwas noch viel Schrecklicheres, wie etwa das Ende der Welt? Und wenn ja, was hat das Tal damit zu tun? Aus diesem ganzen Wirrwarr werde ich im Moment noch nicht schlau.
Ich muss jagen gehen.

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In Wirklichkeit leider keine runde Sache. Wirklich nicht.

14:18:
Es fällt mir nicht schwer, eine Entscheidung zu fällen. Auch wenn die ganze Serie auf den letzten Seiten meiner Meinung nach ziemlich abgedriftet ist – in eine Richtung, die ich zu Beginn nie vermutet hätte. Und von der ich auch nicht weiß, ob ich sie gutheißen soll. Ich möchte an dieser Stelle auch nicht zu viel verraten, aber in mir brodelt ein ganzer Fragenvulkan.
Ich muss weiter im Tal bleiben. Bis zum bitteren Ende.

Nebenbei ein Kaffee und ein Nougatcroissant. Und die Füße hoch. Ist ja schließlich Wochenende.

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Trotz allem hat es seinen Platz gefunden.

15:58:
Ich habe das Tal verlassen.
Warum dieses Ende? Diese Erklärungen? Spannend war es allemal, ich konnte gar nicht aufhören zu lesen. Aber bin ich mit dem Ausgang auch zufrieden? Eher nein. Ich bin eher entäuscht. Von den Wendungen die die Geschichte in den letzten Bänden genommen hat. Das ist nicht mehr wirklich mein Tal. Ich bin froh, wieder nach Hause zu können. Die Charaktere sind mir ein wenig fremd geworden, fast so, als hätte ich sie zwischendurch verlassen und hätte sie nicht die ganze Zeit durch ihr Studium begleitet. Sie werden fast ein wenig profillos. Was so gut angefangen hat, hat zum Ende hin leider nachgelassen – nicht in der Erzählspannung, aber in den Ideen und deren Umsetzung.
Ob ich jemals wiederkomme? Ich kann es nicht sagen.

19:25:
Auch jetzt, dreieinhalb Stunden nachdem ich das Tal verlassen habe, kann ich nur Entäuschung über das Ende spüren. Soll es das gewesen sein? Ich habe das Spiel mitgespielt, die große Katastrophe ertragen, dem Sturm getrotzt und mich auch von der Prophezeiung nicht unterkriegen lassen. Ich habe mich nicht vom Fluch verrückt machen lassen und bin dennoch das Erbe angetreten, bin sogar auf die Jagd gegangen. Und das alles für diese Entscheidung?

Wie ging es euch dabei?

Blogtour zum großen Tal-Finale – Erster Teil

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Am Donnerstag ist sie gestartet – die große Blogtour zum Finale der Tal-Reihe von Krytyna Kuhn. Es ist eine Ehre für mich, dabei sein zu dürfen. Ich habe die Bände regelrecht verschlungen – und zum Finale werde ich sie in einem Lesemarathon noch einmal lesen.

Schon länger trage ich den Gedanken mit mir herum, alle Bände der Reihe noch einmal zu lesen. Viel zu lange ist es her, seitdem ich das erste Mal das Grace College betreten und mich mit Julia, Robert, Ben, Debbie, Rose, Katie, David und Chris angefreundet habe. Seit ich mit ihnen eine Reise angetreten bin, eine Reise in die eigene Vergangenheit. Seit ich sie auf diesem schwerem Weg begleitet habe. Das Tal zieht mich nun magisch zurück.

Jetzt ist die Gelegenheit dazu, sich auf den Weg zu machen.

Dabei muss ich eins vorweg nehmen: Alle acht Bände in 24 Stunden zu lesen – da habe ich den Mund wohl doch etwas zu voll genommen. Zum Glück habe ich zwei Termine. Also, die erste Staffel ist an diesem Wochenende dran, die zweite dann am Freitag. Oder was noch davon übrig ist. Parallel zum Lesen halte ich meine Endrücke hier in einem kleinen Tagebuch fest.

Um die Zeit zu überbrücken, in der ich gemütlich lese, schaut doch einfach mal hier vorbei – da findet ihr die bisher veröffentlichten Artikel meiner lieben Kollegen und Blogtourmitreisenden.

Tag 1  Tag 2 Tag 3

Samstag, 14:17
Es wird Zeit für mich, noch einmal von vorne zu beginnen. Noch einmal ins Tal zu reisen, als wäre es der erste Tag, als wäre ich nie dort gewesen. Ohne die Charaktere bereits zu kennen. Ich bin dann mal weg. Das Spiel ruft mich. IMG_20131123_142334

Immer noch Samstag, 16:29:
Das Spiel hat begonnen. Erstaunlich, wie schnell ich mich im Tal wieder heimisch gefühlt habe. Erschreckend, wie schnell mich die Panik wieder ergriffen hat. Dies ist ein böser Ort. Interessant ist auch, was ich damals über meine Reise ins Tal geschrieben habe. Aber jetzt muss ich zurück. Die Katastrophe nimmt ihren Lauf.

17:51:
Die halbe Katastrophe ist überstanden. Oder steht sie mir etwa noch ganz bevor?
Bis ich fertig bin, könnt ihr meine Rezension lesen.

18:41:
Ein Sturm zieht auf.
Den ganzen Nachmittag bin ich schon im Tal. Ich kann nicht mehr entkommen.
Wer rettet mich?

IMG_20131123_18403321:51:
Der Sturm hat sich noch immer nicht gelegt. Jetzt geht es erst richtig los. Das Staffelfinale steht bevor. Erstmal eine kleine Pause.
Sonntag, 11:56:
Die kleine Pause hat länger gedauert. Erst jetzt komme ich ins Tal zurück. Wird sich die Prophezeiung bewahrheiten? (Ich hätte gestern gerne noch länger gelesen, aber irgendwann sind mir die Augen zugefallen. Ich schiebs mal aufs Alter. Oder den Winter.) CAM00287

13:20:
Ein Fluch hat mich belegt. Ich kann nicht mehr aufhören zu lesen. Werde ich jemals aus dem Tal entkommen können? Bis ich mehr berichten kann, könnt ihr euch meine Rezension vom Staffelfinale nochmal durchlesen. (Ab hier gibt es leider keine Rezensionen mehr, die sind im allgemeinen Lebenschaos untergegangen. Ich hole sie nach. Ehrlich.)
14:33:
Der Fluch hält mich in seinem Bann. Trotzdem brauche ich eine kleine Kaffee-und-Kuchen-Pause. Nebenbei lässt es sich ja trotzdem prima weiterlesen. Und bei euch so? Könnt ihr meine Ovomaltine-mit-Marzipanstange-Pause toppen?

 

CAM0028915:25:
Es wird Zeit, das Erbe anzutreten. Das Finale naht und noch immer sind so viele Fragen unbeantwortet, noch immer kommen neue Rätsel hinzu. Wie soll sich das alles auflösen?
Der Fluch hat mich ein wenig enttäuscht zurückgelassen, für mich war es bisher der schwächste Teil der Reihe. CAM00290

Der offizielle Teil meines Marathons endet nun. Das Erbe hat mich atemlos zurückgelassen. Nachher werde ich noch auf die Jagd gehen. Aber davon berichte ich euch dann in meinem zweiten Teil.

Bis dahin schaut doch einfach hier vorbei.

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Chronik eines angekündigten Verrats – Teil 1

16.08.2012

Mein Herz bleibt stehen. Ich schaue mich nur ein wenig gelangweilt auf Facebook um – da entdecke ich diesen Link. Tausende von Audio Books – absolut kostenlos und legal, zum runterladen. Okay, es sind Klassiker, bei denen das Urheberrecht abgelaufen ist – zur Info: Das Urheberrecht erlischt 30 Jahre nach dem Tod eines Autors. Aber – es sind Klassiker! Englische Klassiker, die ich liebe wie kaum etwas. Alle sind sie da versammelt. Die muss ich haben, die muss ich mir anhören. Nein – die muss ich LESEN! Da stoße ich auf das Problem. Wie soll ich die lesen, so ganz ohne EBookReader?

Ich gebe zu, ich besitze keinen und ich wollte auch NIE einen besitzen. Seelenlose Maschine nenne ich diese flachen Wunderdinger. Weil sie für mich keine Seele haben und nur ein Buch ein Buch ist mit echten Seiten und Papiergeruch und Rascheln beim Umblättern. Doch jetzt – jetzt steig ganz langsam, aber stetig ein Wunsch – nein, ein Verlangen! – in mir auf. Ich brauche einen Kindle! Ich MUSS ihn haben! SOFORT!

Ich brauche eine Bestätigung dafür, dass ich so etwas Flaches, Schönes brauche. Ich bekomme sie – sogar mit gutem Herzen wird mir der Kauf empfohlen. Wie kann ich da noch nein sagen?

Ich kann nicht. Oder doch – erst mal muss ich nein sagen, es ist Monatsmitte und mein Geld reicht nicht mehr für den Kauf. Also abwarten, ist vielleicht auch nicht schlecht, wenn ich da jetzt noch zwei Wochen drüber nachdenken muss. Geduld, Geduld – die Zeit wird auch vorrübergehen. Aber eigentlich steht mein Entschluss: am 31.08. werde ich mir meinen ersten Kindle bestellen. Wie gut, dass ich drei Tage vorher Geburtstag habe, da schenke ich mir den doch gleich mal selbst. 😉

 

17.08.2012

14 Tage bis zur Bestellung. Mein Kindle braucht ja auch eine Hülle. Aber was für eine? Kaufen? Kommt nicht in Frage! Die wird natürlich selbst gemacht. Genadelt, um genau zu sein. Strickgefilzt, um ganz präzise zu werden, das ist dicker als normal gestricktes und bietet dem Kleinen idealen Schutz. Ich mach mich dann mal ans Design…

 

18.08.2012

Muss ich wirklich noch 13 Tage warten, könnte ich nicht auf SOFORT???? Ein Blick auf den Kontostand zeigt mir, ich könnte auch schon heute. Aber heute ist auch erst der 18. und der Monat hat 31 Tage. Also gut, ich warte noch. Eine Woche. Dann kommt der Kindle pünktlich zu meinem Geburtstag bei mir an. Deal? Deal!

 

19.08.2012

Fünf Tage. Die Hülle steckt zum Filzen in der Waschmaschine – hoffentlich schrumpft sie nicht zu sehr.

Update: Nein, ist sie nicht. Sie sieht toll aus.

 

 

 

Kleine Schreibpause – Bitte bleiben Sie in der Leitung

 

Die Bücher sind verpackt und freuen sich auf ihr neues Zuhause – und bis dahin wird es hier keine neuen Beiträge geben. Ich ziehe um – so richtig, ganz real. Nein, nicht virtuell – hier bleibt alles beim Alten.

Anfang Dezember bin ich wieder da – versprochen. 🙂

Buchmesse Frankfurt 2011 – Der Samstag

Samstagmorgen. Heute ist schon wieder der letzte Buchmessetag für mich. Dabei bin ich doch vor einer Minute erst angekommen!

Der letzte Tag muss genutzt werden. Also schaue ich schnell bei der Lesung von Thomas Thiemeyer vorbei – die Chroniken der Weltensucher sind wahnsinnig toll geschrieben und reißen einfach mit! – aber Band 3 brauche ich jetzt auch noch. Meine Wunschliste wird mal wieder kilometerlang.

 

Und dann…dann sehe ich sie. Mein Buchmessehighlight. Arne und Carlos, Designer aus Norwegen, sitzen strickend auf einer Bank mittendrin im Buchmessetrubel und lassen sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Sie stricken Weihnachtskugeln. Darf ich mich bitte einfach dazusetzen und auch stricken? Dann müsste ich mich nicht durch die ganze Menschenhektik drängeln. Nein, geht leider nicht. Dafür verlasse ich den Stand mit einem signierten Buch (DANKE, Arndt!!!!). Darf ich mir jetzt vielleicht ein ruhiges Fleckchen suchen und…nein? Schade. Also weiter.

Arndt hat sich übrigens auch mal an den Stricknadeln versucht und sich dabei fast selbst abgestochen. Er sollte es mal mit einem ungefährlicheren Hobby versuchen – Bungeejumping oder Luftgewehrschießen zum Beispiel.

 

 

Mittags kommt dann endlich Steffi auf die Messe. Mit im Gepäck hat sie ihre Schwester Claudia – und den jüngsten Messebesucher überhaupt. Dem ist die angebotene Literatur aber nicht anspruchsvoll genug; und Goethe und Schiller sind auch nicht da – also schläft Yannick lieber – weckt mich auf, wenn ihr Shakespeare seht.

 Ist es jetzt wirklich schon vorbei? Noch einmal durch die Hallen schlendern, noch einmal den Buchduft einsaugen, die Atmosphäre aufsaugen und bis zum nächsten Jahr gut konservieren. Auf Wiedersehen sagen mit vielen Tränen in den Augen – aber der Gewissheit, sich nicht zu verlieren. Nächstes Jahr in Frankfurt. Spätestens.

Buchmesse Frankfurt 2011 – Der Freitag

Freitagmorgen. Ich habe mies geschlafen, ganz mies. Ganz ganz mies! Aber ich beschwer mich nicht. Nach einem kurzen Frühstück geht’s wieder auf die Messe.

Es ist ein wunderschöner Tag, die Sonne scheint, kaum ein Wölkchen am Himmel. Vernünftige Menschen würden sich da fragen, warum man freiwillig in dunkle Hallen geht, in denen man das Sonnenlicht nicht sieht. Wegen der Bücher! Buchmesse! Und vernünftig bin ich eh nicht.

 

Mich hat es eh wieder nach Island gezogen. Ins Dunkle. Dieser Ort übt eine magische Anziehungskraft auf mich aus.

Leider ist es mit dem Fotografieren ein wenig schwierig im Dunkeln. Und die Stimmung kann man eh nicht wiedergeben.

 

Ich wollte unbedingt die Lesung mit Arnaldur Indriðason sehen! Und auch, wenn sie nur eine halbe Stunde gedauert hat, jede Minute hat sich gelohnt. Seine Krimis sind wahnsinnig spannend, gleichzeitig sehr gesellschaftskritisch. Arnaldur selbst macht einen leicht verschrobenen, aber sehr sympathischen und humorvollen Eindruck. Dummerweise liegen seine Bücher in diesem Moment zu Hause…

 

Später bin ich dann mit Arndt und Bianca nochmal wiedergekommen. Die beiden hätten diesen wundervollen Ort ohne mich niemals gefunden! Unglaublich! Aber so haben wir mal eine kleine Lesepause eingelegt. Gemütlich. 

Danach ging es dann wieder zurück in den Messetrubel. Sich einfach mal treiben lassen. Schauen, was der Ketzer so macht. Leider war Herr Rothfuss noch nicht da, als ich am Stand von blanvalet vorbeikam – und später hab ich es dann nicht mehr geschafft. Unsere Blogtour geht aber auf jeden Fall weiter! Wenn ihr mal vorbeischauen wollt – www.blogtours2011.wordpress.com.

Gesättigt von so vielen Eindrücken ging es dann noch in die Stadt zum Essen. Und dann ist auch der zweite Tag schon vorbei. Bis morgen!

Buchmesse Frankfurt 2011 – Der Donnerstag

Viel zu schnell war es wieder vorbei. Viel zu schnell.

Donnerstagmorgen, kurz vor neun Uhr. Schnell noch den letzen Schluck Kaffee und dann die Tasse in die Spüle stellen. Schuhe an, Jacke an und los geht’s. Nach Frankfurt.

…Kleiner Zeitsprung. Kurz vor halb drei. Frankfurt Messe. Endlich angekommen. Auf geht’s! Drei Tage Buchmesse warten. Freunde warten. So schön, euch wiederzusehen!

Ehrengast ist dieses Jahr Island. Für mich als Liebhaber von skandinavischer Literatur ein absolutes Highlight.

 

 

Also schnell ab nach Island. Aber wo ist denn jetzt Island? Muss ich wirklich durch diese schweren Türen hindurch? Was wohl dahinter auf mich wartet?

Eine unglaubliche Atmosphäre! Der Raum abgedunkelt, Licht kommt nur von vereinzelten Kronleuchtern und den raumhohen Leinwänden, auf denen Videos abgespielt werden. Naturaufnahmen von Island – und Menschen beim Lesen. In ganz privater, heimeliger Umgebung. Sehr intim, und jeder der hereinkommt, wird sofort gelassener, atmet ruhiger, lässt den ganzen Messestress hinter sich.

Hier werde ich noch öfter hinkommen – nicht nur für die Lesungen, die ständig angeboten werden. Von Árni Thórarinsson bekomme ich leider nur noch die letzte Hälfte mit, aber dann erwartet mich eine echte Überraschung. Auf die Bühne kommt – neben Óskar Guðmundsson, dem Autor der Biographie über Snorri Sturluson, mein ehemaliger Professor Rudolf Simek – der macht selbst die langweiligsten Themen interessant. Und ich fühle mich wieder in eine seiner Vorlesungen zurückversetzt. Zeitreisen kann man hier also auch…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem Rückweg zu Halle 3 dann noch schnell Halt bei Roger Willemsen gemacht und ihm ein paar Minuten gelauscht – aber irgendwie bin ich nur unterwegs. Zum nächsten Ziel.

 

 

Dann noch kurz ins Geburtstagsständchen für Sebastian Fitzek eingestimmt – Happy Birthday, Ihr neues Buch brauch ich auch noch!

 

 

Ziel: Die Flamingos! Bianca und Arndt = Literatwo haben ein ganz besonderes Projekt begleiten dürfen. Es ist pink! Sie sind pink! Und so begehrt, dass man sie abends in Sicherheit bringen muss. Leider durfte ich keinen mitnehmen. Die würden sich bestimmt super auf meinem neuen Balkon machen.

 

 

Dann ist der erste Tag auch schon vorbei. Morgen geht’s weiter!

*Gelesen* Sebastian Fitzek – Der Augensammler

Es ist der Abend des 15. Juni 2010. Ich sitze in einer Kirche – der Kulturkirche in Köln – und warte zusammen mit anderen Lese- und Thrillerbegeisterten auf Sebastian Fitzek. Viele halten sein neues Buch in Händen, haben den Augensammler wie ein Gesangbuch auf die Ablage ihrer Kirchenbank gelegt – ein merkwürdiger Anblick, der mich schmunzeln lässt. Ich habe das Buch schon gelesen – es liegt in meiner Tasche, bereit zum signieren lassen – an einem einzigen Nachmittag habe ich es verschlungen.

Eins zwei drei für Eckstein

alles muss versteckt sein…

hinter mir, vor mir, neben mir, gilt es nicht…

Ich komme!

Und dann ist es schon zu spät. Er spielt mit seinen Opfern verstecken, tötet die Mütter und gibt den Vätern 45 Stunden Zeit, ihr Kind zu finden. Danach tötet er auch das Kind und behält eine grausige Trophäe zurück.

Die Polizei ist ratlos, es gibt keine brauchbaren Spuren – nur einen einzigen Verdächtigen, den Journalisten Alexander Zorbach. Und eine angebliche Zeugin – Alina Gregoriev, die bei der Polizei eine erstaunliche Aussage gemacht hat: Sie selbst hat den Augensammler als Physiotherapeutin behandelt. Der einzige Haken an der Sache: Alina ist blind und so will ihr niemand Glauben schenken. Verzweifelt wendet sie sich an Zorbach. Zusammen machen sie sich auf die Jagd – und die Zeit läuft langsam ab.

Gebannt lausche ich, als Sebastian Fitzek vorliest. Die Kirchenbank ist hart, doch das stört mich nicht. Ich bin wieder so gefangen, als würde ich selber lesen. Und Herr Fitzek liest nicht nur einfach – er macht den Abend zu einem Event. Es ist unglaublich, wie genau er recherchiert hat um die Person der blinden Alina perfekt darzustellen. Er will sich keine Fehler erlauben, keinen Klischees erliegen.

Die Figur der blinden Alina ist authentisch. Ungewöhnlich, denn vieles von dem was sie tut, würde ich nicht mit einem blinden Menschen in Verbindung bringen. Aber eben das macht sie so realistisch, zu einer Person mit Ecken und Kanten und für mich zur eigentlichen Protagonistin in diesem Roman. Zudem ist Der Augensammler höllisch spannend. Ein Page-Turner. Ein Buch zum einmal anfangen und nicht mehr weglegen wollen. Ein grandioser Thriller. Ich könnte noch lange so weitermachen – aber dann würde es langweilig werden. Lest einfach selbst!

Nach zwei Stunden Lesung erhebe ich mich ein wenig steif von der harten Kirchenbank, reihe mich noch in die Schlange am Ausgang ein um mir mein Buch signieren zu lassen und gehe dann nach einem mehr als gelungenen Abend wieder nach Hause.



Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Erschienen bei Droemer/Knaur
Juni 2010
ISBN: 978-3-4261-9851-3